24. Oktober 2012
Philharmonie Berlin

Meeresfrüchte zum Feierabend

Immer wieder fantastisch: Andris Nelson dirigiert die Berliner Philharmoniker

Programm

Benjamin Britten Passacaglia op. 33b
Jörg Widmann Violinkonzert
Claude Debussy La Mer
Maurice Ravel La Valse

Mitwirkende

Berliner Philharmoniker
Andris Nelsons - Dirigent
Christian Tetzlaff - Violine

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Meeresfrüchte zum Feierabend

Immer wieder fantastisch: Andris Nelson dirigiert die Berliner Philharmoniker

Von Heiko Schon / Foto: Marco Borggreve


Andris Nelsons
Foto: Marco Borggreve

Es ist doch beruhigend zu wissen, dass man nach einem Arbeitstag, an welchem nichts, aber auch gar nichts funktioniert hat, nur in die Philharmonie zu gehen braucht - und der ganze Ärger ist Schnee von gestern. Warum man sich da so sicher sein kann? Ganz einfach: Andris Nelsons steht am Pult. Und damit die personifizierte Freude am Musikmachen…

Auf Benjamin Brittens Passacaglia aus der Oper Peter Grimes folgt Jörg Widmanns Violinkonzert, welches Solist Christian Tetzlaff mit wahrhaft brillantem Geschick vorantreibt. Um ihn bilden die Berliner Philharmoniker einen fein verästelten Kranz, der die Klänge der Violine fast schlingpflanzenartig umfasst. Schade, dass Widmann wegen seiner Münchner Uraufführung (Babylon) nicht da sein kann, um sich für seine großartige Partitur feiern zu lassen.

Der zweite Teil gehört den Impressionisten Debussy und Ravel, welche von Nelsons in den eiskalten Regen gestellt werden. La Mer beginnt als die Ruhe vor dem Sturm, welcher sich mehr und mehr erhebt, um uns schließlich im 3. Satz um die Ohren zu sausen. Bei La Valse fordert Nelsons dann zum Tänzchen auf, schlägt obendrein mit Hüfte, Standbein, Spielbein, und serviert einem dieses Stück, wie man es strahlender, schneidender, frostklirrender wohl noch nie gehört hat.



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