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2. Oktober 2011 Komische Oper Berlin Der doppelte Leoš - Teil 1Zwei Janáček-Opern, ein (verlängertes) Wochenende |
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ProgrammLeoš JanáčekDas schlaue Füchslein Lesen Sie auch: Der doppelte Leoš - Teil 2 |
MitwirkendeKomische Oper BerlinMusikalische Leitung: Alexander Vedernikov Inszenierung: Andeas Homoki Bühnenbild und Kostüme: Christian Schmidt Tierköpfe: Maskenbild-Team der Semperoper Dresden sowie Ben Tyrrell und Jan Dieckmann Dramaturgie: Werner Hintze Chöre: André Kellinghaus Licht: Rosalia Amato Füchsin Spitzohr: Brigitte Geller Der Förster: Jens Larsen Die Försterin / Die Eule: Caren van Oijen Der Schulmeister / Der Hahn: Andreas Conrad Der Pfarrer / Der Dachs: Frank van Hove Der Fuchs: Karolina Gumos Harašta: Carsten Sabrowski Der Dackel / Pepík: Katarina Morfa Die Wirtin / Der Eichelhäher: Ariana Strahl Der Wirt: Matthias Gummelt Der Frosch: Yuhei Sato Die Grille: Jan Proporowitz Die Heuschrecke: Saskia Krispin Die Schopfhenne: Elke Sauermann Die Mücke: Andrea Willert Der Specht: Frank Baer Frantik: Britta Süberkrüb, Judith Weinreich Orchester, Chorsolisten und Komparserie der Komischen Oper Berlin |
Der doppelte Leoš - Teil 1Zwei Janáček-Opern, ein (verlängertes) WochenendeVon Heiko Schon / Fotos: Monika Ritterhaus Ursachen kann es manchmal viele geben. Aber mitunter sucht man ewiglich nach einem Grund - und kann keinen finden. Nichts gegen Leoš Janáček, aber es fällt natürlich auf, wenn jedes der drei Opernhäuser in dieser Spielzeit eine Oper des tschechischen Komponisten neu in Szene setzen lässt. Man schlägt nach. Komisch. Kein runder Geburtstag, der Todestag passt nicht und die Daten der Uraufführungen lassen sich auch in keinen logischen Zusammenhang stellen. Es gibt also kein Janáček-Jahr! Wahrscheinlich waren sich die Verantwortlichen bei der Abstimmung ihrer Programmpläne in diesem Punkt schnell einig gewesen: Man benötigt doch keinen Anlass zum Feiern! Bevor also im Frühjahr Regisseur Christof Loy mit Jenufa sein überfälliges Berlin-Debüt geben wird (Deutsche Oper / 4. März 2012), servierten jetzt Komische und Staatsoper innerhalb von 24 Stunden ihre Eröffnungspremiere - jeweils mit Janáček.
![]() Das schlaue Füchslein - Komische Oper Berlin Brigitte Geller (Füchsin Spitzohr), Chorsolisten Foto: Monika Ritterhaus Der lange Schatten des Walter F.! Da kann Andreas Homoki bei den direkten Fragen im Programmheft noch so eloquent erwidern, seine Sicht aufs Schlaue Füchslein solle nicht mit Felsenstein in Verbindung gebracht werden: Das Werk als solches, nämlich das Finale, macht Homoki einen Strich durch diese Rechnung. Darin stösst der Förster auf den gleichen frechen Frosch vom ersten Akt. Doch der grüne Hopser meint, dies müsse vor Jahren sein Großvater gewesen sein - und Zack! fällt einem sofort wieder Felsenstein und die Betitelung Homokis als dessen "Enkel" ein.
![]() Das schlaue Füchslein - Komische Oper Berlin Jan Proporowitz (Die Grille), Saskia Krispin (Die Heuschrecke), Chorsolisten Foto: Monika Ritterhaus Das i-Tüpfelchen der Ironie besteht dann auch noch darin, dass Homoki nur am Ende seiner letzten Inszenierung als Chefregisseur wirklich gut ist, weil er sich dann doch zu etwas Theaterzauber hinreißen lässt. Denn ob das in Wahrheit nun an Felsenstein oder Kathi Thalbach (DOB / 2000) oder keinen von beiden liegen mag: Homoki, der Märchenerzähler, will partout kein Märchen erzählen. Dabei geben es diese wundervollen, so lebensecht wirkenden Tierköpfe gerade her. Aber nein, heute müssen wir - in Gestalt des Försters - zwischen wahrer und fiktiver Identität, zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zwischen Realität und Sur-Realität hin- und herspringen, bis wir ganz wirr in der Birne sind. Doch nicht nur, dass man diesen Spiegelungen nicht immer folgen kann: Es ist arg beliebiges und, nun ja, nicht besonders spannendes Theater dabei rausgekommen. Und das Argument, solch ein Stoff dürfe nicht verniedlicht werden, möchte man Homoki auch nicht so recht abkaufen (als Beispiel sei hier seine Inszenierung von Zemlinskys Zwerg erwähnt, die in dieser Saison von Berlin nach Barcelona wandern wird). Kurzum: Drückt man ein Auge zu, dann kann man diesen Ausstand als solide bezeichnen.
![]() Das schlaue Füchslein - Komische Oper Berlin Caren van Oijen (Die Försterin), Jens Larsen (Der Förster) Foto: Monika Ritterhaus Gesanglich war das auch nicht der beste Abend. Jens Larsen weiß nicht so recht, ob er den Förster nun singen oder sprechen soll, Andreas Conrad ist unterfordert und kann sich mit seinem Schulmeister nur bedingt profilieren und die Damen Brigitte Geller, Karolina Gumos und Caren van Oijen hadern alle mit dem gleichen Problem, der Höhe. Und so ist es nur gerecht, dass dieser Herr den meisten Applaus kassiert: Unter der Leitung von Alexander Vedernikov spielt das Orchester einen packend pointierten und doch so transparenten Janáček auf.
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