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25. März 2007 Philharmonie Eine Ära kündigt sich anIngo Metzmacher dirigiert das DSO in der Philharmonie |
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ProgrammIgor Strawinsky»Le Chant du Rossignol« Symphonische Dichtung Hector Berlioz »Les Nuits d'Eté« Alexander Zemlinsky »Die Seejungfrau« Fantasie in drei Teilen nach Hans Christian Andersen |
MitwirkendeDeutsches Symphonie-Orchester BerlinIngo Metzmacher - Dirigent Susan Graham - Mezzosopran |
Eine Ära kündigt sich anIngo Metzmacher dirigiert das DSO in der PhilharmonieVon Werner Friedrich / Foto: Mathias Bothor
Bereits mit dem ersten Auftritt des designierten neuen Chefdirigenten des Deutschen Symphonie Orchesters, Ingo Metzmacher, brach für das Orchester ein neues Zeitalter an: Das Konzert am 24. und 25. März in der Philharmonie zeigte einen wie verwandelten Klangkörper, ein überragendes Programm-Konzept und ein musikalisches Gesamtergebnis, das man in solcher künstlerischer Qualität auch in Berlin nicht oft zu hören bekommt. Unerhört intelligent, wie Metzmacher drei Komponisten und drei Werke auswählte, die miteinander in Beziehung stehen und dennoch für genügend Kontraste sorgen: Igor Strawinskys symphonische Dichtung Chant du rossignol korrespondierte mit Alexander Zemlinskys Orchesterfantasie Die Seejungfrau, nicht nur durch den Bezug auf Märchen von Hans Christian Andersen, sondern auch durch die meisterhafte Ausformung der Gattung der programmgebundenen Orchesterwerke im frühen 20. Jahrhundert. Hector Berlioz' wunderbare Orchesterlieder Les nuits d'été, über 50 Jahre älter als die beiden anderen Werke und sicherlich mit das Beste, was Berlioz geschrieben hat, fügten sich thematisch in den Kontext und erweiterten ihn gleichzeitig durch den expliziten Einsatz der Sprache. Allen drei Werken ist eigen, dass sie von absoluten Meistern der Instrumentation stammen. Ingo Metzmacher kostete diesen Reichtum bis zum letzten aus. Das Orchester klang so differenziert und plastisch, wie man sich das nur wünschen konnte. Es konnte ebenso die leisen Passagen mit unvergleichlicher Klangschönheit gestalten wie es in den großen Steigerungen zu packen und zu brillieren verstand. Es war in der Tempogestaltung einmal ungemein flexibel, dann wieder ganz präzise. Die Verbindung von Dirigent und Orchester funktionierte bis in die kleinsten Feinheiten, als wären beide schon jahrelang aufeinander eingespielt. Der Dirigent, der seinen Dirigierstab weniger mit der Hand wirklich festhält, sondern ihn zwischen den Fingern gleichsam tanzen lässt und auch aus dem Handgelenk bewegt, scheint schon rein von seiner Schlagtechnik her über eine außerordentlich differenzierte Zeichensprache zu verfügen, die sich dem Orchester unmittelbar mitteilt. Den absoluten Höhepunkt des Abends bildete aber die fein aufeinander abgestimmte Gestaltung der Berlioz-Lieder mit der hervorragenden Mezzosopranistin Susan Graham. Frau Graham, die die Lieder auswendig sang, konnte sich ohne geringste Anstrengung auch mit leiseren Tönen stimmlich über das Orchester erheben, verfügte über eine ausgezeichnete Sprachverständlichkeit und über eine Innigkeit der Gestaltung, die sich auf das Publikum sofort übertrug. Auffällig, wie es während des Vortrags gleichsam den Atem anhielt; der Jubel nach dem Ende der Lieder war überwältigend. Am 7. September wird Ingo Metzmacher in einem Galakonzert offiziell die Stabführung des Orchesters übernehmen. Dass es eine glanzvolle Ära werden wird, daran scheint nach dem Konzert kein Zweifel zu bestehen. |