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21. Mai 2005 Deutsche Oper Berlin ZeitfensterDie Zauberflöte in der Inszenierung von Günter Krämer an der Deutschen Oper |
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ProgrammWolfgang Amadeus MozartDie Zauberflöte |
MitwirkendeDeutsche Oper BerlinMusikalische Leitung: Michail Jurowski Inszenierung: Günter Krämer Bühne und Kostüme: Andreas Reinhardt Chöre: Ulrich Paetzholdt Sarastro: Georg Zeppenfeld Tamino: Kenneth Tarver Sprecher: Lenus Carlson Erster Priester: Yu Chen Zweiter Priester: David Knutson Königin der Nacht: Milagros Poblador Pamina: Michaela Kaune Erste Dame: Lucy Peacock Zweite Dame: Yvonne Wiedstruck Dritte Dame: Claire Powell Drei Knaben: Dresdner Kreuzchor Papagena: Gudrun Sieber Papageno: Bernd Valentin Monostatos: Burkhard Ulrich Erster geharnischter Mann: Volker Horn Zweiter geharnischter Mann: Harold Wilson Chor der Deutschen Oper Berlin Orchester der Deutschen Oper Berlin |
ZeitfensterDie Zauberflöte in der Inszenierung von Günter Krämer an der Deutschen OperVon Melanie Fritsch / Fotos: Bernd Uhlig
An Mozarts Zauberflöte kann soviel falsch verstanden, schwarz-weiß-malerisch interpretiert oder versüßlicht werden, dass man immer wieder mit etwas flauem Gefühl ein Opernhaus betritt, wenn dieses Stück gegeben wird. Doch bereits das Programmheft an diesem Abend liefert breite Ausdeutungen der Figuren und zeigt deren verschiedene Facetten auf. So kann man als Zuschauer beruhigt dem Abend entgegensehen. In Georg Krämers Inszenierung treffen die Welt der "Königin der Nacht" und jene "Sarastros" aufeinander. Er macht damit keine Schwarz-Malerei von "Gut und Böse" auf, sondern gibt jeder Sphäre und jeder Figur durch ihre Beweggründe und Motive ihre eigene Berechtigung. Auch zeichnet er dem Zuschauer keine eindeutige Linie vor, stattdessen werden immer wieder Assoziationsfelder aufgemacht, die zum Nachfolgen einladen, aber nicht zwingen. Zeitweise ufert dies allerdings weiter aus, als notwendig gewesen wäre. Auf der Bühne von Andreas Reinhardt stoßen Fernost und Altägypten auf Tron und Die unendliche Geschichte. Sarastros Priesterschaft ist in kampfsportanzugähnliche weiße Kleidung gehüllt, schakalköpfige Wesen begleiten die Prüfungen. Die ein oder andere Filmassoziation kann man sich einfach nicht verkneifen, die Schlange gemahnt doch zu sehr an einen "Fuchur" mit Geweih und die begeisterte Verwendung von Neonstäben erinnert wohl eher unfreiwillig an 80er-Science-Fiction. Jedoch wird der Zuschauer niemals optisch erschlagen, Reinhardt versteht es, die Ausstattung gegenüber der Musik und den Akteuren im Hintergrund zu halten. Einzig, wenn die drei Knaben engelsbeflügelt über der Bühne schweben, windet man sich leicht auf dem Sitz, das ist doch einfach zu niedlich.
Kenneth Tarvers Tamino balanciert gut zwischen den Stühlen und changiert zwischen dem recht lenkbaren Jüngling und dem Prinzen, der an der Hand der Liebsten durch Feuer- und Wasserprobe geht. Stimmlich ist er eindeutig auf der positiven Seite zu verbuchen. Michaela Kaune als Pamina versteht es, die Figur in ihren verschiedenen Facetten zu zeigen und überzeugt auch akustisch. Papageno (Bernd Valentin) hingegen wirkt von der Inszenierung zu wenig ernst genommen und gerät an manchen Stellen leider doch zu sehr ins Clownesk-Plakative. Milagros Poblador liefert mit starker Stimme eine wunderbare Königin der Nacht und Georg Zeppenfeld als Sarastro zeigt, dass auch der nicht nur Gutmensch ist. Das Orchester unter der Leitung von Michail Jurowksi machte jedoch klar, dass die Musik die zentrale Stelle einnimmt und ließ Mozart pointiert und deutlich zu Wort kommen. Ganz taufrisch ist diese Inszenierung nicht mehr, stammt sie doch aus dem Jahr 1991. Und so wirken Papagenos Moonwalk oder die diversen Filmassoziationen schon fast, als reiße man ein Zeitfenster auf. Dennoch - oder vielleicht auch dadurch? - vermag diese Zauberflöte vielleicht nicht restlos zu begeistern, aber zu verzaubern. |