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16. Dezember 2005 Deutsche Oper Berlin Die Ben-und-Debbie-ShowSonderkonzert an der Deutschen Oper |
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ProgrammLudwig van BeethovenFidelio Ouvertüre Arie der Leonore (1. Akt): Abscheulicher, wo eilst du hin (Deborah Voigt) Carl Maria von Weber Der Freischütz Arie des Max (1. Akt): Durch die Wälder, durch die Auen (Ben Heppner) Richard Wagner Tristan und Isolde, Duett (2. Akt): O sink hernieder, Nacht der Liebe (Deborah Voigt / Ben Heppner) Tannhäuser, Arie der Elisabeth (2. Akt): Dich, teure Halle, grüssī ich wieder (Deborah Voigt) Die Meistersinger von Nürnberg, Walther von Stolzings Preislied (3. Akt): Morgenlich leuchtend in rosigem Schein (Ben Heppner) Siegfried, Waldweben (2. Akt), Schlussduett Brünnhilde / Siegfried (3. Akt): Ewig war ich, ewig bin ich (Deborah Voigt / Ben Heppner) |
MitwirkendeOrchester der Deutsche Oper BerlinPeter Schneider - Musikalische Leitung Deborah Voigt Ben Heppner |
Die Ben-und-Debbie-ShowSonderkonzert an Deutschen OperVon Heiko Schon
Tenöre sind auch nur Menschen. Jeder kennt solche Tage, wo man scheinbar mit dem falschen Bein aufsteht und irgendwie alles schief läuft. Gerade erst hatte Ben Heppner viermal den Stolzing an der Staatsoper gesungen und gezeigt, zu welch wagnerischer Höchstform er auflaufen kann. Aber an diesem Abend will nichts gelingen. Sein Max quälte sich nur mit Beschwerlichkeit durch die Wälder und Auen, dem Tristan bröckelten die leisen Töne weg, der Höhe fehlte es deutlich an Durchschlagskraft. Auch äußerlich wirkte Heppner zuerst angespannt und unbeweglich, zum zweiten Teil hin etwas lässiger. Hier gelang ihm das Preislied, bis auf eine Passage, souverän. Sein Siegfried aber wird von einer Brünnhilde überrollt, deren Stimme einem Fels in der Brandung glich. Dabei macht sie es natürlich nicht mit Absicht - im Gegenteil. Augenzwinkernd schäkerte sie mit Heppner, wollte ihren Kollegen ein wenig auflockern. Doch Deborah Voigt überragte an diesem Abend alles und jeden. Ihrem Auftritt in schickster Haut-Couture folgte eine grandiose Gesangsleistung - beides so strahlend schön, dass jeder Weihnachtsstern neidisch geworden wäre. Die Leonoren-Arie bestach durch kräftige Attacke; ohne jede Anstrengung blühte ihre Isolde beseelt, empfindsam und reich an Farben auf. Voigt schafft es dabei immer wieder, perfekt in einer Rolle aufzugehen, ohne künstlich zu wirken. Ihre Hallenarie schlug Funken, sprühte vor Esprit. Für eine Amerikanerin ist ihre Textdeutlichkeit erstaunlich.
Umso mehr Mitleid hatte man mit Peter Schneider. Er mühte sich redlich, das romantische Gold möglichst lange schimmern zu lassen. Doch das Abklopfen der Stücke auf ihre funkelnden Stellen, die auf kraftvolle Schönheit getrimmten Arien, Duette, Zwischenspiele täuschen nicht darüber hinweg, dass das Orchester der Deutschen Oper Berlin derzeit nicht auf dem Stand der anderen Klangkörper dieser Stadt ist. In erster Hinsicht liegt das weiterhin am unkonzentrierten Spiel. Immer wieder wurden Streicher unsauber, schepperte es bei den Bläsern; ein Hornist hatte offenbar einen ganz schlechten Tag erwischt. Nach viel zu langer Suche nach einem Chef muss Neu-GMD Renato Palumbo seine Ärmel weit hochkrempeln, wenn dieses Haus wirklich einen neuen Strauss- und Wagner-Zyklus installieren will. |