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18. März 2003 Sophienkirche Nur die Stimme zähltGeistliche Vokalmusik des 16. und 21. Jahrhunderts |
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Programmanonym (gregorianisch)Responsorium: Omnes amici mei Salvatore Sciarrino Responsorio delle Tenebre (2001) Jacobus Arcadelt Lamentatio Jeremiae prophetae Caph. Defecerunt prae lachrymis oculi mei Wolfgang Rihm aus: "Sieben Passionstexte" (2001) Tristis est anima mea Hans Leo Haßler Ad Dominum cum tribularer Wolfgang Rihm aus: "Sieben Passionstexte" (2001/2002) Ecce vidimus Jan Pieterszoon Sweelinck Vide homo Wolfgang Rihm aus: "Sieben Passionstexte" (2002) Velum templi scissum est UA Orlando di Lasso In monte oliveti Alfonso Ferrabosco d. Ä. Fuerunt mihi lacrymae Ivan Moody Lamentation of the virgin (1995) anonym (gregorianisch) Communio: Pascha nostrum |
MitwirkendeSinger PurClaudia Reinhard, Sopran Klaus Wenk, Tenor Markus Zapp, Tenor Andreas Hirtreiter, Tenor Guido Heidloff, Bariton Marcus Schmidl, Bass |
Nur die Stimme zähltGeistliche Vokalmusik des 16. und 21. JahrhundertsVon Nancy Chapple Singer Pur, ein junges a capella-Ensemble aus Regensburg, bot am 18. März Tenebrae: ein faszinierendes Programm geistlicher Vokalmusik des 16. und 21. Jahrhunderts. Da der Abend für eine spätere Radiosendung vom SFB aufgenommen wurde, wurde jedes Stücke-Paar - alt/neu - durch die sonore Stimme des Radiosprechers eingeleitet. Gregorianische Gesänge, mit denen das Programm begann und endete, wurden uns als der Ursprung der ganzen späteren westlichen Musiktradition vorgestellt, und diese Einsicht prägte in der Tat das Zuhören: sensible, dem Text angepaßten Tonfolgen, nicht strukturiert vorgegebener Rhythmus. Danach ein neues Stück (2001) von Salvatore Sciarrino, Responsorio delle Tenebre. Sechs Sänger - fünf Männer und eine Frau - stehen alleine auf der Bühne ohne Dirigenten, begleitendes Orchester, großen Chor. Sie sind exponiert. Sie müssen einander vertrauen können, aber jeder für sich ein Meister des Gesangfachs sein. Abgesehen von der einzigen Frauenstimme, hört man selten einzelne Stimmen heraus, sie bilden einen Klang. Und sie widmen sich sehr dem Geist des jeweiligen Komponisten. Die alten Stücke waren faszinierend, besonders die von Hans Leo Haßler (mit spannenden chromatischen Bewegung) und von Jan Sweelinck (zum Anfang immer neue, sehr leise gesungene Akkorde durch lange Generalpausen voneinander abgesetzt). Velum templi scissum est - eine Uraufführung - stach von den Stücken Wolfgang Rihms hervor. Er hatte dem Chor geraten, "singt meine Komposition wie alte Musik, dann hört man, dass sie das nicht ist!" Das interessanteste der neuen Stücke war Ivan Moodys Lamentation of the virgin (1995): eine dunkle Mollfarbe wegen der traurigen Botschaft, ein bewegender Höhepunkt bei "lat leben in", perfekt zusammengesungen. |