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25. Februar 2003 Kammermusiksaal der Philharmonie Lukas Foss zum 80. |
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ProgrammAaron CoplandSextett für Klarinette, Streichquartett und Klavier Lukas Foss For Toru für Flöte und Streichquintett Lukas Foss Tashi für Klarinette, Streichquartett und Klavier Elliott Carter Quintett für Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott Lukas Foss Time Cycle für Sopran und Kammerensemble |
MitwirkendeScharoun Ensemble Berlin und GästeCaroline Stein, Sopran Emmanuel Pahud, Flöte Andreas Wittmann, Oboe Walter Seyfarth, Klarinette Rachel Schettmann, Violine Jan Schlichte, Percussion Majella Stockhausen-Riegelbauer, Klavier Michal Friedlander, Klavier und Celesta |
Lukas Foss zum 80.Das Scharoun Ensemble gratuliert mit amerikanischen Komponisten des 20. JahrhundertsVon Nancy Chapple
Die Vorzeichen standen gut für einen spannenden Kammermusikabend: Zu Ehren des 80. Geburtstags von Lukas Foss, des namhaften amerikanischen Komponisten und gebürtigen Berliners, spielte das aus Mitgliedern der Berliner Philharmoniker bestehende Scharoun Ensemble fünf amerikanische Werke des 20. Jahrhunderts unter der Schirmherrschaft der American Academy in Berlin. Leider aber waren die aufgeführten Werke zum größten Teil auch für Kenner und Freunde neuer Musik nicht besonders leicht zugänglich. Aaron Copland diente Foss als Vorbild. Im ersten Satz des Copland-Sextetts (ursprünglich als Short Symphony in einer Orchesterfassung geschrieben) spielte das Ensemble viel unisono auf sehr emphatischer Weise. Auch im Lento wechseln die Instrumentalisten ihre langen, stark vibrierten Töne gemeinsam. Im letzten Satz lag die gestalterische Achse zwischen Klavier und Klarinette; das Quartett unterstützte. Das dezidierte Spiel, besonders der Klarinette, grenzte oft an Schrille. Carter, Jahrgang 1908, ist praktisch ein Zeitgenosse von Foss unter den großen amerikanischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Obwohl als großer Komponist in den USA gefeiert, heißt das nicht, dass seine Werke leicht zugänglich sind. Das Werk besteht aus vielen überlappenden Phrasen in Klavier, Horn und Holzbläser (Klarinette, Oboe und Fagott). Man spürte die großen Anstrengungen des Ensembles, komplexe rhythmische Texturen präzise zu spielen: mit den Füßen stapfen, sich und andere zeitweilig dirigieren. Aber bei einmaligem Hören versteht man das Werk nicht. Lukas Foss hat durch die Jahrzehnte hindurch nicht in einem festen Stil komponiert, sondern nutzt aleatorische und serielle Techniken bis hin zu einer Rückkehr zu herkömmlichen Formen. Seine Musik ist farbig, seine drei Werke waren die ansprechendsten des Abends. Er saß alleine im Publikum; nach jedem seiner Stücke wandten sich die Musiker etwas aufgeregt und ehrerbietend in seine Richtung. For Toru ist 1997 eine Huldigung an den japanischen Komponisten Toru Takemitsu. Stehend vor dem Streichquintett spielte Emmanuel Pahud meistervoll die Solopassagen in der Flöte. Die sanften Töne in Tashi, die kleinen Veränderungen in wiederholten Mustern erinnern an Philip Glass - aber die Veränderungen kommen immer schneller. Besonders der zweite Satz, der aus kleinen, schnellen Gesten bestand, war schön in seinem Vorwärtstreiben. Das Hauptwerk des Abends war Time Cycle. Die vier Gedichte oder Texte handeln von Uhren, von Glocken, vom Tod und von der Mitternachtsstunde, und dies spiegelt sich in der jeweiligen Stückform wider. Ein Motto des Stücks findet man in den Gedichtzeilen "wir haben keine Zeit, bis wir wissen, welche Zeit wir füllen". We're Late benutzt ein schönes Pointillismus im Klavier und in der Percussion, so als ob die Zeit selbst über den Wüstenboden kriecht. Caroline Stein beeindruckte mit starker, ausdrucksvoller Stimme und bühnenfüllender Präsenz. Auch die schwierigen Stellen aus Kafkas Tagebüchern mit Oktaven und ähnlich große Intervallen meisterte sie mühelos. Die hohen, lauten Töne im Sopran zeigen sehr gut den bevorstehenden Zusammenbruch. Der Abend endete in ruhiger Stimmung mit Glocken bei Nietzsches Also sprach Zarathustra. |