6. Dezember 2003

Barenboim und Domingo bringen Pikowaja Dama auf die Bühne

Pressekonferenz der Staatsoper zur Premiere der Tschaikowsky-Oper

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Barenboim und Domingo bringen Pikowaja Dama auf die Bühne

Pressekonferenz der Staatsoper zur Premiere der Tschaikowsky-Oper

Von Melanie Fritsch / Foto: Axel Zeininger

Plácido Domingo

Die Staatsoper Unter den Linden Berlin hat in Kooperation mit der Polnischen Nationaloper Warschau eine Inszenierung der Tschaikowsky-Oper Pikowaja dama unter der Federführung des Regisseurs Mariusz Trelinski herausgebracht. Die Novelle Pique dame von Alexander Puschkin diente dem Komponisten Tschaikowsky als Vorlage für seine Oper, weicht aber in einigen wesentlichen Punkten von der Vorlage ab. Die Geschichte dreht sich um den Offizier Hermann, der einer alten Gräfin drei Karten abnimmt, die immer gewinnen. Bei Puschkin benutzt er dazu die Enkelin der Gräfin, Lisa, in der Oper jedoch ist er wirklich in sie verliebt und braucht das Geld, um sie heiraten zu können.

In den Hauptrollen dieser Berliner Pikowaja dama - es wird auch in russischer Sprache gespielt - sind Plácido Domingo, den Intendant Peter Mussbach als "den größten Sänger des letzten und gegenwärtigen Jahrhunderts" bezeichnete, als "Hermann" und Angela Denoke als "Lisa" zu sehen. Initiatoren dieser Produktion sind nach eigener Aussage der Generalmusikdirektor Daniel Barenboim und Domingo, die bereits mehrfach zusammengearbeitet haben und bei einer Aufnahme der Lisztschen Faust-Symphonie die Verabredung zu dieser neuen Produktion trafen.

Die hochkarätige Besetzung, die Trelinski als "ein Geschenk der Staatsoper" bezeichnete, hatte für den Regisseur entscheidende Bedeutung für seine Inszenierung. Der bekennende Fan von den Filmen Fellinis, den er als seinen geistigen Vater angenommen hat, hat sich dessen Zitat: "Ein Sonnenaufgang ist nur dann schön, wenn er im Studio gemacht wird" zum Motto erklärt, da ihn das Künstliche an der Oper fasziniere. Mit Pique dame hat er nach eigener Einschätzung seine ruhigste und asketischste Inszenierung auf die Bühne gebracht, welche auf diese Art nur mit einer solchen Starbesetzung möglich sei. Seine nächste Oper wird er in Posen in Zusammenarbeit mit der Washingtoner Oper inszenieren, die Washingtoner Premiere wird dabei unter dem Dirigat von Domingo stattfinden.

Auch an der Staatsoper Berlin tritt Domingo nicht nur als Sänger, sondern gelegentlich auch als Dirigent der Tosca-Inszenierung in Erscheinung. Sein Wunsch wäre allerdings, wie er schmunzelnd erklärt, auch einmal einen Tangoabend zu spielen.


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