August 2003

Was ist 'Ion'?

Ein kurzes Gespräch mit Param Vir

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Was ist 'Ion'?

Ein kurzes Gespräch mit Param Vir

Von Nancy Chapple

Param Vir

Was finden Sie bei dieser neuen Übersetzung von Euripides Ion so besonders?
Als ich die Übersetzung David Lams 1994, als sie erschien, las, war ich von der Dichtkunst und Intensität der Sprache tief bewegt. Wir haben eng zusammengearbeitet, um gemeinsam ein Libretto daraus zu entwickeln. Wortwörtlich übernahm ich so viele der schönen Reden, wie ich nur konnte. Eigentlich kann man sehr wenig Text in einer Oper gebrauchen - also mußte ich den um 2/3 kürzen.

Und was fanden Sie so Besonderes an der Geschichte?
Die Botschaft der Liebe. Eine Weisheit und ein Mitgefühl, die mir wie ein unglaublich starkes Herz vorkommt, das durch das ganze Werk hindurch schlägt.

Sie sagen, Ihre Musik wird von Farben angeregt - können Sie diese Idee etwas näher erläutern?
Kennen Sie das Konzept der Chakra, der konzentrischen Energiekreise in Regenbogenfarben, die den menschlichen Körper vom unteren Rückgrat bis zum Kopf durchdringen? Ich glaube fest an diese Idee. Und kennen Sie die Werke Anish Kahpoors? Ich würde gerne Musik komponieren, die bestimmte Eigenschaften, die sie ausstrahlen, einfängt. Ich habe die Tendenz Musik zu sehen bevor ich sie höre; ich fertige auch Energie-Zeichnungen der Musik an. Es wäre sicherlich viel zu eng gesehen, meine Partitur zu nehmen und zu sagen: "Aha, dies ist eine grüne Stelle, und diese ist eher orangefarben". Aber bestimmte Farben waren für mich sehr wichtig beim Komponieren dieses Werkes: gold, silber, weiß, kobaltblau.

Komponieren Sie heutzutage nur Oper oder auch Instrumentalmusik?
Es gibt so viel Gewalt in der heutigen Welt; wir benötigen echte Lektionen in Sache Frieden. Und im Oper-Genre kann ich an wichtigen Themen arbeiten und verschiedene politische Themen in einem Werk behandeln. Ions tiefe Wahrheiten sind zum Thema ein Mann und seine Mutter, über das Licht der Selbstkenntnis. Mit Opern kann ich viel mehr Leute mit diesen wichtigen Botschaften erreichen.

So weit ich verstehe, war das Werk bei der Premiere 2000 unvollständig?
Ja, inzwischen ist es fertig - für den Augenblick. Das hieß Chöre komponieren, Endungen vervollständigen. Es nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, alle losen Enden zusammenzuschnüren.

Und sind die Aufführungen in Berlin Teil einer europäischen Reihe von Aufführungen?
Ja, jetzt proben sie in Cardiff, spielen die Uraufführung in Straßbourg, dann geht es nach Berlin und später im Monat nach Covent Garden, schließlich eine Tour quer durch England. Ziemlich viele Leute werden die Gelegenheit bekommen, dieser Aufführung beizuwohnen.



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