Juni 2011

Was bringt die Opernsaison 2011/2012?

Eine Vorschau auf die Spielpläne der drei Berliner Opernhäuser

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Was bringt die Opernsaison 2011/2012?

Eine Vorschau auf die Spielpläne der drei Berliner Opernhäuser

Von Heiko Schon

Staatsoper Unter den Linden

Jürgen Flimm hält an dem eingeschlagenen Kurs fest und hievt jede Menge zeitgenössische Oper ins Programm. Allein vier der acht großen szenischen Neuproduktionen sind Werke des Musiktheaters aus dem 20. oder 21. Jahrhundert. Am 03.10.2011 wird in Berlin erstmals die umjubelte Patrice-Chéreau-Inszenierung von Leoš Janáčeks Aus einem Totenhaus gezeigt. Es singen u. a. Willard White, Roman Trekel und Štefan Margita; die musikalische Leitung liegt bei Sir Simon Rattle.

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Mit einem Landsmann Janáčeks geht es ab dem 19.11.2011 weiter: Bedřich Smetana und dessen Verkaufte Braut. Balász Kovalik inszeniert im Bühnenbild von Csaba Antal; Karl-Heinz Steffens dirigiert die Berliner Staatskapelle.
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Obwohl die Staatsoper in letzter Zeit eher Pech mit dem Operetten-Genre hatte, will man's wieder wagen. Regisseur Philipp Stölzl und Dirigent Christoph Israel sollen Jacques Offenbachs Orpheus in der Unterwelt zum Leuchten bringen. Die Besetzung sieht Schauspieler wie Stefan Kurt (Orpheus), Gustav Peter Wöhler (Pluto) und Ben Becker (Jupiter) vor. Ob die heitere Muse diesmal gelingt, erfahren wir am 16.12.2011.
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Ab dem 15.01.2012 zeigt Jürgen Flimm seine Zürcher Inszenierung von Georg Friedrich Händels Oratorium Il trionfo del Tempo e del Disinganno. Am Pult wird der großartige Marc Minkowski erwartet.
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Gemeinsam mit den Salzburger Festspielen stemmt die Staatsoper Lugi Nonos Unter der großen Sonne von Liebe beladen. In Berlin wird die Inszenierung von Katie Mitchell am 01.03.2012 im Kraftwerk Mitte Premiere haben; die musikalische Leitung liegt bei Ingo Metzmacher.
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Nach ihrem meisterhaften Wozzeck legt Andrea Breth nun mit Alban Bergs zweiter Oper Lulu nach. Maestro Daniel Barenboim und Sopranistin Mojca Erdmann in der Titelpartie versprechen einen auch musikalisch spannenden Abend. Die Premiere findet innerhalb der Festtage am 31.03.2012 statt.
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Dirigent René Jacobs darf ebenfalls nicht fehlen, denn dieser feiert sein 20-jähriges Staatsopern-Jubiläum. Für diese Spielzeit hat er eine Rarität im Gepäck: Emilio de' Cavalieris Rappresentatione di Anima et di Corpo. Achim Freyer besorgt Regie, Bühne und Licht; der Premierenvorhang hebt sich am 08.06.2012.
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Und noch eine Koproduktion mit Salzburg! Wolfgang Rihms Dionysos wird im Rahmen des INFEKTION!-Festivals ab 08.07.2012 gezeigt. Pierre Audi wird seine Inszenierung im Bühnenbild von Jonathan Meese einstudieren und im Graben steht der Dirigent der Uraufführung, Ingo Metzmacher.
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Da die DOB erst 2010/11 einen neuen Don Giovanni herausgebracht hat, kündigt die Staatsoper die Robert-Carsen-Inszenierung der Mozart-Oper als "Gastspiel" an. Es singen u. a. Christopher Maltman, Anna Netrebko und Giuseppe Filianoti. Daniel Barenboim spielt vom Graben aus den Gastgeber (Premiere: 24.06.2012).
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Zwei konzertante Opern bereichern den Spielplan: Vincenzo Bellinis Norma mit Edita Gruberova am 29.10. / 03.11.2011 und Carl Heinrich Grauns Montezuma mit Vesselina Kasarova und Pavol Breslik am 26.01. / 28.01.2012.
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Ein Blick auf die Leckerlis im Repertoire: GMD Barenboim wird erstmals (!) Gioachino Rossinis Barbier von Sevilla dirigieren (10/2011), Aleksandra Kurzak gastiert als Violetta (La Traviata / 06-07/2012), Christine Schäfer singt Cherubino (Le Nozze di Figaro / 02/2012), Waltraud Meier reüssiert als Isolde (Tristan und Isolde / 03/2012), Placido Domingo und Anja Harteros treten gemeinsam in Verdis Simon Boccanegra auf (05/2012) und Andris Nelsons dirigiert Madame Butterfly, welche in persona von Kristine Opolais gesungen wird (05/2012).
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Die Werkstattbühne bietet mit Last Desire (10/2011), Wahnsinn, das ist die Seele der Handlung (03-04/2012), Lehrstück (06/2012) und Die Musik ist los - 100 Jahre Cage (07/2012) erneut Raum für neues Musiktheater. Im Bereich der Kinder- und Jugendopern feiern Aschenputtel (11-12/2011) und Moskau Tscherjomuschi (Mai/2012) Premiere; Der gestiefelte Kater (01/2012) wird wieder aufgenommen.



Komische Oper

Andreas Homoki schwärmt im Vorwort zu seiner letzten Spielzeit, das einem Opernregisseur kaum etwas Schöneres passieren kann, als dass ihm die künstlerische Leitung der Komischen Oper Berlin übertragen wird. Nun im Rückblick kann man auch sagen: Der Komischen Oper Berlin konnte mit Andreas Homoki kaum etwas Schöneres passieren. In keinem anderen Opernhaus der Hauptstadt wird derart über künstlerische Umsetzungen diskutiert, wie in diesem. Genau das macht Theater aber erst lebendig. Bevor Homoki als Intendant nach Zürich wechselt, verabschiedet er sich als Chefregisseur am 02.10.2011 mit Leoš Janáčeks Das schlaue Füchslein. Brigitte Geller singt die Füchsin Spitzohr; Alexander Vedernikov leitet das Orchester der Komischen Oper.

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Tierisch geht es am 30.10.2011 weiter, wenn Christian Josts abenteuerliche Insektenoper Mikropolis uraufgeführt wird. Der Komponist wird sein eigenes Werk dirigieren; es inszeniert Nadja Loschky.
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Nach seinem Weißen Rößl kehrt Regisseur Sebastian Baumgarten mit Georges Bizets unverwüstlicher Carmen zurück ans Haus in der Behrenstraße. Stella Doufexis singt ab dem 27.11.2011 die titelgebende Zigeunerin; am Pult wird Stefan Blunier erwartet.
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Ab dem 29.01.2012 geht's noch einmal in den Wald, genauer gesagt in die Wolfsschlucht: Die katalanische Skandalnudel Calixto Bieito nimmt sich Carl Maria von Webers Freischütz zur Brust. Das Bühnenbild entwirft Rebecca Ringst; die musikalische Leitung übernimmt Chefdirigent Patrick Lange.
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Das Dream-Team Dagmar Manzel (Sopran) und Barrie Kosky (Regie) wagen sich nach dem Musicalknaller Kiss me, Kate an ungewöhnliche Kost: Kurt Weills Die sieben Todsünden erweitert den Spielplan ab dem 12.02.2012 (Dirigat: Kristiina Poska).
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Auch nicht gerade häufig sind die Werke von Daniel Francois Esprit Auber auf Berliner Bühnen anzutreffen. Ab dem 11.03.2012 hat man nun Gelegenheit, sich ein Urteil über dessen Bronzenes Pferd zu bilden. Frank Hilbrich wird Regie führen und Maurizio Barbacini den Taktstock schwingen.
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Den Premierenreigen schließt Stefan Herheim, der erstmals an der KOB eine Inszenierung vorlegen wird, am 13.05.2012 und zwar mit Georg Friedrich Händels Xerxes. Stella Doufexis (Xerxes), Brigitte Geller (Romilda), Dimitry Ivashchenko (Ariodate) und Konrad Junghänel (Dirigat) arbeiten mit dem gefragten Regisseur zusammen.
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Und sonst? Die Fans von Dagmar Manzel kommen neben dem Weill bei Kiss me, Kate (03-04/2012) und Im weißen Rößl (09/2011-01/2012) auf ihre Kosten, die sensationell gute Rusalka (11/2011-01/2012) kommt genauso wieder wie die heiß umstrittene Entführung aus dem Serail (04-05/2012) und die besten Inszenierungen von Andreas Homoki dürfen als Resümee auch nicht fehlen: La Bohème (02-03/2012), Die Liebe zu drei Orangen (02-05/2012) und Der Rosenkavalier (03-04/2012). Zuletzt ein Tipp, der nix mit Oper zu tun hat: Am 14.10.2011 dirigiert Hamburgs Generalmusikdirektorin Simone Young das 1. Sinfoniekonzert.



Deutsche Oper

Kirsten Harms feiert am 09.07.2011 mit Tannhäuser ihren Abschied von der Deutschen Oper Berlin, Dietmar Schwarz startet als neuer Chef aber erst ab der Spielzeit 2012/13. Daher ist Christoph Seuferle jetzt nicht nur Operndirektor, sondern auch ein Jahr lang kommissarischer Intendant der DOB. Na ja, nicht ganz: Mitte Juni 2012 wird die Saison vorzeitig beendet, da die Obermaschinerie dringend erneuert werden muss. Für die Spielzeit 2011/12 wird das Projekt Zukunft Grosse Oper fortgesetzt, an den Ausgrabungen wird leider nicht festgehalten. Die erste Premiere (23.10.2011) ist Giuseppe Verdis Don Carlo. Marco Arturo Marelli inszeniert im eigenen Bühnenbild, GMD Donald Runnicles übernimmt die musikalische Leitung, Anja Harteros und Adrianne Pieczonka (April 2012) alternieren in der Rolle der Elisabeth.

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Kurz vor seinem 84. Geburtstag kehrt ein Publikumsliebling an die DOB zurück: Alberto Zedda dirigiert ab dem 22.01.2012 eine Neuproduktion von Gioacchino Rossinis Tancredi. Pier Luigi Pizzi übernimmt Regie und Ausstattung, Patrizia Ciofi singt die Amenaide.
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Auch die DOB bringt eine Oper Leoš Janáčeks neu heraus: Am 04.03.2012 stellt der erstmals in Berlin inszenierende Christoph Loy seine Version von Jenufa vor. Donald Runnicles wird am Pult stehen, dazu werden Sängerstars wie Hanna Schwarz und Jennifer Larmore erwartet.
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Götz Friedrichs Inszenierung von Lohengrin wird durch die von Kasper Holten am 15.04.2012 ersetzt. Die Besetzung sieht u.a. Albert Dohmen (König Heinrich), Marco Jentzsch (Lohengrin), Ricarda Merbeth (Elsa) und Petra Lang (Ortrud) vor; grabentechnisch ist Wagner natürlich Chefsache.
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Und das war's auch schon, was neu in Szene gesetzte Werke betrifft. Mit Georges Bizets Die Perlenfischer (19.12. & 22.12.2011, mit Patrizia Ciofi, Joseph Calleja, Ante Jerkunica), Giuseppe Verdis I due Foscari (09.05. & 11.05.2012, mit Leo Nucci, Ramón Vargas und Il Trovatore (06.06. & 09.06.2012, mit Anja Harteros, Stephanie Blythe), Leonard Bernsteins Candide (15.03. & 18.03.2012, mit Grace Bumbry, Simone Kermes) und der Kombination Felix von Weingartner Die Dorfschule / Carl Orff Gisei - Das Opfer (nur am 19.05.2011) gibt es vermehrt konzertante Opernaufführungen.
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Als Stars haben sich u.a. angesagt: Diana Damrau (Lucia di Lammermoor, 08.06.2012), Vittorio Grigolo (La Bohème, 30.12.2011 & 03.01.2012 / La Traviata, 01-02/2012), Ambrogio Maestri (Falstaff, 11-12/2011), Krassimira Stoyanova (Luisa Miller, 03/2012), Thomas Hampson (Ein Maskenball, 02/2012), Peter Seiffert (Tristan und Isolde, 02/2012) und Nina Stemme (2. Orchesterkonzert, 27.04.2012).
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Zwei Zyklen der legendären Tunnel-Ring-Inszenierung gibt es gleich im September 2011 (10./11./14./18. & 20./21./22./24.). Es singen u. a. Mark Delavan / Greer Grimsley (Wotan, Wanderer), Jennifer Wilson / Janice Baird (Brünnhilde), Robert Dean Smith (Siegmund), Petra Maria Schnitzer (Sieglinde), Torsten Kerl / Stephen Gould (Siegfried), Matti Salminen (Hagen), Markus Brück (Donner, Gunther), Gordon Hawkins (Alberich), Peter Maus / Burkhard Ulrich (Mime), Daniela Sindram (Fricka), Heidi Melton (Gutrune) und Karen Cargill (Waltraute). GMD Donald Runnicles dirigiert das Orchester der Deutschen Oper Berlin.





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