August 2009Was bringt die Opernsaison 2009/2010?Eine Vorschau auf die Spielpläne der drei Berliner Opernhäuser |
Was bringt die Opernsaison 2009/2010?Eine Vorschau auf die Spielpläne der drei Berliner OpernhäuserVon Heiko Schon Komische Oper"Ich bleibe bis 2012. Basta!" Mit diesen Worten fegte Andreas Homoki das Gerücht, dass er den Staffelstab früher als geplant an Barrie Kosky abgeben werde, vom Tisch. Doch in seiner Funktion als Chefregisseur macht sich der Intendant der Komischen Oper für die Spielzeit 2009/10 ziemlich rar, serviert an der Dresdner Semperoper lieber eine neue Traviata, konzentriert sich auf die Spielzeiteröffnung 2010/11 (Die Meistersinger von Nürnberg) und gibt alle sieben Neuproduktionen im eignen Haus an seine inszenierenden Kollegen ab. Der designierte Chef darf als erster ran: Barrie Kosky präsentiert ab 20.09.2009 seine Sicht auf Verdis Rigoletto. Für die Erstbesetzung wurden Hector Sandoval (Herzog), Julia Novikova (Gilda) und Bruno Caproni (Titelrolle) verpflichtet. Am Pult: Patrick Lange. ***
Das Damen-Quartett Elisabeth Naske (Komposition), Theresita Colloredo (Libretto), Jasmina Hadziahmetovic (Inszenierung), Catherine Larsen-Maguire (Musikalische Leitung) formt aus dem Jugendbuchklassiker von Kurt Held eine große Familienoper:
Die rote Zora feiert am 01.11.2009 deutsche Erstaufführung.
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Weiter geht es mit zwei Helden des zeitgenössischen Musiktheaters: Ab dem 22.11.2009 stellt Hans Neuenfels seine Inszenierung von Aribert Reimanns Lear zur Diskussion.
Und wo Neuenfels ist, kann seine Gattin nicht weit sein: Elisabeth Trissenaar ist als Narr zu erleben.
Das Dirigat übernimmt Generalmusikdirektor Carl St. Clair.
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Nach dem Erfolg ihrer Kinderoper-Inszenierungen darf sich Jetske Mijnssen jetzt an Belcanto wagen.
Am 31.01.2010 hebt sich der Premierenvorhang für Donizettis Don Pasquale; Maurizio Barbacini studiert das Werk musikalisch ein.
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Da sein Theseus vor Saft und Kraft nur so strotzte, dirigiert Alessandro de Marchi erneut ein Werk von Georg Friedrich Händel.
Orlando, in der Regie von Alexander Mørk-Eidem, erweitert ab dem 26.02.2010 den Spielplan der KOB.
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Dass besagter Theseus zudem noch überschäumend frech daher kam, lag an Benedikt von Peter.
Nun darf sich der 32-jährige Regisseur über eines der wichtigsten deutschen Kernstücke hermachen: Beethovens Fidelio.
Unter der musikalischen Leitung von Carl St. Clair findet die Premiere am 25.04.2010 statt.
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Zum Ausklang tischen Nicolas Stemann (Regie) und Markus Poschner (Dirigat) buffonesken Offenbach auf.
La Périchole steht ab dem 06.06.2010 auf dem Spielplan.
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Die Saison hält Repertoire-Aufführungen der Calixto-Bieito-Inszenierungen Die Entführung aus dem Serail und Armida bereit
und die Publikumsrenner Kiss me, Kate (mit Dagmar Manzel), Der Rosenkavalier (mit Solveig Kringelborn) und Hoffmanns Erzählungen dürfen ebenso wenig fehlen wie der Klassiker Die Liebe zu drei Orangen (auch an Silvester).
Deutsche OperKirsten Harms muss sparen, sparen, sparen - und will aufs Klotzen dennoch nicht verzichten. Die Intendantin der DOB nahm also den Rotstift in die Hand und strich den Fidelio kurzerhand aus der neuen Saison. Und auch die diesjährige Ausgrabung musste Federn lassen und wird jetzt nur noch konzertant realisiert. Dem zum Trotz: Harms ist ein interessanter Spielplan gelungen - mit eindeutigem Schwerpunkt auf den Werken Richard Wagners. Los geht's jedoch mit (ebenfalls konzertantem) Belcanto: Am 06.09.2009 feiert Bellinis I Capuleti e I Montecchi Premiere. Unter dem Dirigat von Karel Mark Chichon singt Elīna Garača den Romeo. ***
Der frisch gebackene GMD der Oper Leipzig, Ulf Schirmer, übernimmt die musikalische Leitung der ersten Neuinszenierung.
Kirsten Harms stellt am 27.09.2009 ihre Sicht auf Richard Strauss' Die Frau ohne Schatten vor.
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Nach ihrem großartigen Schlauen Füchslein kehrt Katharina Thalbach endlich an die DOB zurück.
Das quirlige Allroundtalent setzt dieses Mal Rossinis Der Barbier von Sevilla in Szene.
Am 29.11.2009 hebt sich der Premierenvorhang; im Graben wird Enrique Mazzola stehen.
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Rienzi erlebt derzeit eine Renaissance auf deutschen Bühnen.
Nun will man - nach Neuproduktionen in Leipzig und Bremen - auch im Haus an der Bismarckstraße Richard Wagners Frühwerk stemmen.
Das Leitungsteam besteht aus Philipp Stölzl (Regie) und Michail Jurowski (Dirigat); Premierentermin ist der 24.01.2010.
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Hinter der eingangs erwähnten Rarität steckt Hermann Wolfgang von Waltershausen Oberst Chabert.
Jacques Lamcombe dirigiert die Aufführungen am 26. und 28.03.2010; die Titelpartie singt Bo Skovhus.
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Der Premierenreigen wird am 30.05.2010 mit Verdis Otello geschlossen.
Der vom Sprechtheater bekannte Andreas Kriegenburg wird den Mohren von Venedig in Szene setzen; Paolo Carignani übernimmt die musikalische Leitung.
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Die Wagner-Wochen (20.09.2009 - 21.02.2010) sehen Aufführungen von Tannhäuser (mit Peter Seiffert), Tristan und Isolde (mit Evelyn Herlitzius),
Lohengrin (mit Ben Heppner und Ricarda Merbeth), Die Meistersinger von Nürnberg (mit Klaus Florian Vogt), Der fliegende Holländer (mit Hans Peter König)
sowie zwei komplette Ring-Zyklen (die von GMD Donald Runnicles geleitet werden) vor.
Zudem darf man auf die Gäste Anja Harteros und José Cura (Otello, Mai, Juni 2010), Vesselina Kasarova (Carmen, April 2010),
Diana Damrau (Lucia di Lammermoor, März 2010), Adrianne Pieczonka (Arabella, Juni 2010),
Ambrogio Maestri (Falstaff, Oktober 2009), Dmitri Hvorostovsky (Ein Maskenball, Oktober, November 2009)
und Elena Mosuc (La Traviata, Dezember 2009, Januar 2010) gespannt sein.
Staatsoper Unter den LindenNa bitte. Jürgen Flimm darf rechtzeitig sein Festspielbüro räumen, sich mit einem ‚Servus' aus Salzburg verabschieden und seine Koffer ins Intendanzgebäude der Staatsoper Unter den Linden stellen. Dort gibt es 2009/10 allerdings nur eine verkürzte Spielzeit, da der baldige Umzug ins Schillertheater ansteht. Da schaut ein langjähriger Freund natürlich gern noch einmal vorbei. Beispielsweise Startenor Plácido Domingo. Dieser wechselt kurzzeitig ins Bariton-Fach und singt ab dem 24.10.2009 die Titelpartie in Verdis Simon Boccanegra. Die Koproduktion mit der Mailänder Scala wird von Maestro Daniel Barenboim und Federico Tiezzi (Regie) erarbeitet. ***
Operettenselig geht die Auszugsparty mit Der Fledermaus weiter, für deren Inszenierung Christian Pade verpflichtet wurde.
Die Premierenstaffel startet am 21.11.2009 und wird von Zubin Mehta dirigiert.
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Ab dem 04.02.2010 wird das barocke Repertoire erweitert:
Die Herren Vincent Boussard (Regie), Vincent Lemaire (Bühnenbild), Christian Lacroix (Kostüme) und René Jacobs (Musikalische Leitung) nehmen sich der Händel-Oper über die römische Kaiserin Agrippina an.
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Mit L'Ètoile von Emmanuel Chabrier ist man am 16.05.2010 bereits am Ende der Neuproduktionen angelangt.
Nach Pelleas und Melisande dirigiert Sir Simon Rattle erneut die Berliner Staatskapelle;
Dale Duesing ist für die Inszenierung verantwortlich.
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Und sonst?
Die sängerischen Leckerbissen heißen u. a. Nino Machaidze (Der Liebestrank, Mai 2010), Catherine Naglestad (Tosca, April 2010),
Angela Denoke (Salome, April 2010) und Waltraud Meier (Tristan und Isolde, August 2009, März, April 2010).
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