Juni 2010

Ausziehen, alle ausziehen

Die Lindenoper zelebriert ihren Auszug als sommerliches Stadtfest

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Ausziehen, alle ausziehen

Die Lindenoper zelebriert ihren Auszug als sommerliches Stadtfest

Von Heiko Schon / Fotos: Thomas Bartilla


Staatsoper für alle 2010
Foto: Thomas Bartilla

Man kiekt ein letztes Mal in alle Ecken: Mach's gut, altes Knobelsdorff-Mädchen! Zur Auszugsfete am vergangenen Wochenende wurde rund um die Staatsoper noch einmal aus allen Rohren gefeuert: Ein exquisit besetzter Eugen Onegin, der nach draußen übertragen wurde, eine Open-Air-Kinovorstellung (Manon mit Anna Netrebko und Rolando Villazón), ein Live-Konzert auf dem August-Bebel-Platz (Tschaikowskys 4. Sinfonie), eine Kistenparty im Magazin und etliche Rahmenprogramme (wie etwa Führungen im Halbstundentakt) versuchten uns den Abschied zu versüßen. Und Berlin feierte ausgelassen! Über 50.000 Besucher kamen und der Hauptsponsor (ein bayerischer Autohersteller) zeigte sich überglücklich und unterschrieb gleich den Vertrag fürs nächste Mal. "Staatsoper für alle" wird also in die nächste Runde gehen. Daniel Barenboim musste natürlich wieder den Scherzkeks spielen. Auf die Frage, ob er denn wehmütig sei, vergleicht er die Staatsopern-Sanierung mit einer Schönheits-OP: "...da ist doch auch keiner traurig. Also bis in drei Jahren - ohne Falten!" Das lassen wir einfach mal so stehen...


Staatsoper für alle 2010
Foto: Thomas Bartilla

Doch damit ist die aktuelle Spielzeit noch nicht vorbei. Zum Ausklang spielt die Staatskapelle unter Daniel Barenboim (Pianist / Dirigent) in der Philharmonie einen Beethoven-Bruckner-Zyklus. Vom 20.-27. Juni stehen ein Violinkonzert (Solist: Frank Peter Zimmermann) und die fünf Klavierkonzerte Beethovens der 4. bis 9. Sinfonie Bruckners gegenüber. Zu diesem Zyklus ist gerade ein Live-Mitschnitt von Bruckners 4. Sinfonie erschienen. Das von Deutschlandradio Kultur im Oktober 2008 aufgenommene Konzert ist als CD exklusiv an den Konzertabenden oder direkt bei der Staatsoper (030 20354 555) erhältlich.


Staatsoper für alle 2010
Foto: Thomas Bartilla

Wer sich ein Stückchen Staatsoper nach Hause holen möchte, kann ab sofort einen Originalstuhl aus dem Zuschauerraum erwerben. Zum größten Teil stammt die Bestuhlung aus dem Jahre 1955. Das Angebot umfasst Sitzgruppen in Einheiten von 2 bis 18 Sitzen. Der Preis pro Sitz beträgt 50 Euro. Ab einer Gruppe mit 4 Sitzen in einer Reihe ist ein Sitz gratis. Bestellungen sind nur schriftlich möglich (Formular-Download unter www.staatsoper-berlin.de). Gehen mehr Bestellungen ein als Stühle vorhanden sind, entscheidet das Los.



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